Dé­jà-vu

Ein Interview im gestrigen Tagi hat bestätigt, dass es vor einem Jahr richtig war, das Buch von Tapscott & Tapscott nicht zu Ende zu lesen: lots of words, little content. Nur schon Wilsons Kommentare zu ICOs sind viel fundierter.

Ebenfalls richtig war vor einem Jahr, das Lehrbuch von Narayanan et al. zu berücksichtigen. Ausserdem finde ich Wattenhofers Beitrag wertvoll, Blockchains in einem grösseren Kontext zu behandeln.

Trotz aller Skepsis finde ich das Potenzial von Blockchains reizvoll und werde mich weiterhin sporadisch mit dem Thema auseinandersetzen; sei es über Artikel, die mir Myke empfiehlt, sei es über Bücher, die ich schon vorbestellt habe, oder sei es über das nach Elohna nächste mitinitiierte Startup, welches wir am 3. Juli gründen werden.

 

APM

Vor gut einer Woche habe ich an der FHSG nochmals agiles Projektmanagement unterrichtet.

Zur Vorbereitung habe ich u.a. zwei neue resp. neu aufgelegte Publikationen gelesen, das nicht schlechte und kostenlose Modernes (Projekt-)Management: Scrum, Kanban, Management 3.0 & co. sowie das sehr gute Scrum mit User Stories.

Ausserdem habe ich dieses Mal die folgenden drei Anbieter von Kanban- resp. Scrum-ähnlichen Boards als Beispiele gewählt: AsanaMingle und Trello.

 

Masse statt Klasse

Um die Jahrtausendwende habe ich ein paar Sachbücher rezensiert, zunächst für MacTech Magazine, später auch für Computer. Was ich jedoch noch nie rezensiert habe, ist ein ganzer Verlag – bis heute.

Auf Packt Publishing bin ich vermutlich via dem O’Reilly-Shop gestossen, aber ich weiss es nicht mehr sicher. Ist auch egal. Jedenfalls hat der Verlag einen beeindruckenden Katalog von Informatik-Büchern. Nach ca. zwei Dutzend Titel aus dem Katalog, die ich in den letzten paar Jahren gelesen habe, bin ich allerdings zum Schluss gekommen, dass die Aktualität und Breite des Angebots auf Kosten der Qualität gehen und zwar massiv. Mindestens jedes zweite Buch von Packt Publishing habe ich nicht zu Ende gelesen, weil es nur Zeitverschwendung gewesen wäre.

Keine Regel ohne Ausnahme: Learning Concurrent Programming in Scala ist ein sehr gutes Buch, das ich allen wärmstens empfehlen kann, die sich für nebenläufige Programmierung und/oder Scala interessieren. Trotzdem werde ich in Zukunft Bücher von Packt Publishing meiden, wenn sie nicht mindestens in einer zweiten, überarbeiteten Auflage erschienen sind und bereits gute Rezensionen erhalten haben.

NCZScript

Wie ich an anderer Stelle schon bemerkt habe, empfinde ich es als Qual, in JavaScript zu programmieren. Doch trotz TypeScript, Scala.js etc. kommt man in der Entwicklung von Web-Applikationen heutzutage halt nicht ganz darum herum.

Umso dankbarer bin ich Nicholas C. Zakas für seine hervorragenden Bücher. Zuletzt habe ich Understanding ECMAScript 6 gelesen (das übrigens auch die wenigen Änderungen und Ergänzungen von ECMAScript 2016 [aka ECMAScript 7] abdeckt) und wurde wieder nicht enttäuscht.

Bexit

Vor gut einem Jahr, am 15. Januar 2016, haben Thomas, Philipp und Marius die Elohna GmbH gegründet. Innert weniger Monate haben die drei Gründer ein Produkt geschaffen, nämlich Payroll Software as a Service für den Schweizer Markt, das nicht zuletzt dank ihrem überdurchschnittlichen Product Management und DevOps höchsten Ansprüchen an benutzer-freundliche, cloud-basierte Software gerecht wird und Kunden begeistert, aber auch Konkurrenten beeindruckt. Und so nebenbei haben sie sich Lohnbuchhaltungsfachwissen angeeignet, von dem so mancher Treuhänder sich eine Scheibe abschneiden könnte.

Das ist auch der bexio AG nicht entgangen, die einmal mehr einen guten Riecher bewiesen und die Elohna GmbH vor gut einer Woche, am 13. Januar 2017, übernommen hat.

Herzlichen Glückwunsch, Thomas, Philipp und Marius – innert eines Jahres eine Firma zu gründen und erfolgreich zu verkaufen ist eine wahre Meisterleistung!

Brainstorming

Brainstorming ist eine Technik zur Ideenentwicklung [Rustler 2016], unter der sich die meisten der fast zehn (immerhin fast zweistellig!) Leserinnen und Leser dieses Blogs etwas vorstellen können und die z.B. im Design Thinking, wie es von der Universität St.Gallen praktiziert wird, zum Einsatz kommt.

Ende der Neunzigerjahre hatte mich mein Kommilitone Reto bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die Technik des Brainstorming gemäss eines P.M.-Artikels gar nicht so gut sei wie ihr (damaliger) Ruf. Vergessen habe ich den Hinweis nie mehr, aber seither auch nix Kritisches mehr zum Brainstorming gehört oder gelesen – bis vor ein paar Wochen:

Einerseits habe ich nämlich (das Vorwort zu) Sprint gelesen, in dem Jake Knapp wie in seinem Artikel “Stop brainstorming and start sprinting” seine Ernüchterung in Bezug auf das Brainstorming beschreibt. Andererseits hat fast gleichzeitig auch Trello erläutert, “Why Group Brainstorming Doesn’t Work“.

We’ve been warned.

Fensterchen

Zwar war mein Android-Telefon, ein Moto G der 2. Generation, erst zweieinhalb Jahre alt. Aber weil sein Betriebssystem von Lenovo realistischerweise nicht mehr aktualisiert wird, wären Privatheit & Sicherheit trotz Geräteverschlüsselung und konsequenter Zwei-Faktor-Authentifizierung auf Dauer nicht mehr gewährleistet. (Und via Telefon sind allein schon in Form von E-Mail-Anhängen immer mehr persönliche und geschäftliche Daten zugreifbar.) Deshalb wollte ich ein neues Telefon.

Ursprünglich hatte ich es auf das Moto G4 Plus (oder das Moto G4 oder das Moto G4 Play) abgesehen, welches zur Zeit immerhin auf Android 7 (Nougat) aktualisiert wird. Aber was wäre danach? Dann hatte ich es auf ein Nexus 5X abgesehen, welches wenigstens noch knapp ein Jahr lang mit Updates versorgt wird (und mit Sicherheits-Updates vielleicht ein bisschen länger). Aber knapp 300 Fr. für ein Gerät ausgeben, dessen Betriebssystem in einem Jahr schon wieder veraltet sein könnte, wollte ich nicht.

Also spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, in den teuren Apfel zu beissen und mir ein iPhone SE zu gönnen. Aber ich bin halt zu geizigzurückhaltend, um 500 Fr. für ein Gerät auszugeben, das ich kaum brauchen würde (ich habe nicht einmal ein Abo, geschweige denn ein Datenabo, sondern nur einen Prepaid-Vertrag).

Doch nebst Android und iOS es gibt ja auch noch Windows 10 Mobile: Die Lumias sind für Microsoft zwar ein Flop, gute Telefone sind sie trotzdem. Und sie werden immerhin zeitnah mit (Sicherheits-)Updates versorgt; wenn das mal nicht mehr der Fall sein sollte, kann ich wieder ein neues Telefon kaufen: ökologisch wäre das zwar frustrierend, aber ökonomisch verkraftbar, hat mein diese Woche gekauftes Lumia 650 doch nicht einmal 80 Fr. gekostet – inkl. zusätzlichem Prepaid-Guthaben.